Was ist Web 2.0?

Nun, das ist jedenfalls gar nicht so einfach zu definieren. Ich versuch´s mal:

  • Web 2.0 raubt mir die Nächte
    …weil ich nämlich anstatt zu schlafen mit hängender Zunge hinter allen Neuerungen von Web 2.0 hinterherhechle
  • Web 2.0 macht jeden User – theoretisch – zu einem Medienzaren wie Rupert Murdoch oder läßt uns zu Fellner-Drillingen mutieren (Gott behüte!), “da wirst zum Cato” kriegt eine ganz neue Bedeutung
  • Web 2.0 hat die journalistische Anarchie eingeläutet – “We are the news” lautet die Devise
  • Web 2.0 entwickelt sich derart atemberaubend, daß die Entwicklung der ersten WebBlase im Vergleich ruhig als Mailüfterl angesehen werden kann.
  • Web 2.0 hat uns mit Social Correctness gesegnet, jeder bookmarked, reviewed, digged socially correct, damit auf der anderen Seite ein paar clevere Jungs noch astronomischer abzocken können als im ersten WebHype

Kurz – Web 2.0 ist aufregend, spannend, interessant, verrückt, überschätzt, alles verschlingend – und ich bin voll drauf reingekippt, wie auf alles, was nur schnell genug ist >;o)

Das ist aber mal meine ganz subjektive Wahrnehmung von Web 2.0. Nachdem es sich aber um einen offiziellen – und vielstrapazierten – Begriff handelt, sollten wir uns auch die offizielle Definition ansehen:

Der Begriff Web 2.0 wurde 2003 von O´Really Media im Zuge einer Medienkonferenz geprägt und meinte ganz allgemein gesprochen die zweite Generation der Webanwendungen.

Das Motto von Web 2.0
könnte man mit “We are the Web” umschreiben – es gibt nicht mehr nur eine Minderheit von “Herausgebern” (Publishern), also Leuten, die Seiten, Inhalte etc. produzieren und eine Mehrheit von passiven Konsumenten, sondern neue Technologien und WebApplikationen, die BesucherInnen ermuntern, Inhalte zu produzieren, allen zur Verfügung zu stellen, worauf diese Inhalte wiederum von allen bewertet, empfohlen und weitergegeben werden können.

Ich werde hier eine Reihe von Schlagworten und deren Bedeutung in der Praxis vorstellen und dann in einzelnen Beiträgen näher darauf eingehen.

Hier einmal die wichtigsten vorweg und in Kurzform:

Architecture of Participation
Web 2.0 Anwendungen & Portale sind explizit darauf ausgerichtet, daß User sich an der Erstellung und Bereitstellung von Inhalten/Content ganz einfach beteiligen können.

Social Networking & Content Sharing
Community Portale wie ning.com, myspace, 360yahoo und andere zielen darauf ab, daß User sich nach gemeinsamen Interessen zusammenrotten und gemeinsam Content erstellen und “sharen” (also allen anderen zur Verfügung stellen)

Blogs & Wikies
Softwaretools/-pakete, die technisch gesehen das Social Networking unterstützen und auch für User ohne technischen Hintergrund zugänglich machen.

Social Bookmarking
Del.ic.io.us, Blogmarks, Magnolia und viele andere Services erlauben Usern ihre Lieblingslinks zu veröffentlichen und so eine userzentrierte Bewertung von Websites vorzunehmen und anderen zur Verfügung zu stellen.

Folksonomy (Social Tagging)
War es in Zeiten von Web 1.0 die “Taxonomy“, welche das Web eingeteilt hat, ist es in Zeiten von Web 2.0 die Verwendung von sogen. “Tags” (Etiketten/Schlüsselwörter), welche die Orientierung und Auffindung von themenspezifischen Inhalten erlaubt.

Tagclouds
Klassifizieren Inhalte jeder Art nach Gruppen assoziierter Suchbegriffe und der Häufigkeit ihres Vorkommens.

Podcast
Die technisch einfache Erstellung und unbeschränkte Verbreitung von “Radiosendungen” über das Web ist durch Podcasting für jede/jeden möglich.

Mehr zu den einzelnen Schlüsselbegriffen und welche Anwendungen in der Praxis interessant sind, könnt Ihr in den jeweiligen Beiträgen nachlesen.

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