2. 06.

Wie ich auch in meinen Kursen nicht müde werde, zu strapazieren:
Verwende die letzte Woche der Entwicklung einer Site damit, auszuprobieren, was Du weglassen kannst. Wenn Du absolut nichts mehr weglassen kannst, ohne Design oder Informationsgehalt zu beeinträchtigen, hast Du einen wichtigen Schritt zu einem perfekten Design geschafft. (Was natürlich nicht heissen will, daß eine “design-lose” Site das Non-Plus-Ultra ist >;o)

Perfektion haben wir nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.
Antoine de Saint-Exupéry

Am besten, wir sehen uns einmal ein paar Beispiele typischer Web 2.0 Sites an:

  • Ma.gnolia
    Social bookmarking Site
  • Clipmarks
    Social clipping Site
  • Web2.0Stores
    Bietet eCommerce Solutions
  • imified
    Instant Messager Helferlein
  • clearspring
    Widget Plattform (dazu liest Du mehr unter =>CMS =>Wordpress =>Widgets)
  • AdaptiveBlue
    Hat den genialen BlueOrganizer (Browsererweiterung) erfunden.
  • NetVibes
    Alles, was Du täglich auf einen Blick brauchst

Was fällt uns bei diesen Sites auf? Sie haben…

  • eine klare Zielsetzung
  • einen deutlichen Fokus
  • eine einfache Benutzerführung
  • ein einfaches, aber raffiniertes Design
  • eine einfache technische Umsetzung

Und wer schon in einem meiner Kurse war, weiß, wie lästig ich bezüglich Konzepterstellung sein kann >;o) Fokus & Zielsetzung einer Site werden eben ohne durchdachtes Konzept meist verfehlt…

Wann streben wir SIMPLICITY ein?
Immer - da gibt´s gar kein Wenn & Aber.

Wie erreichen wir SIMPLICITY?
Wir haben zwei Zugänge, um EINFACHHEIT zu erreichen:

  • Entferne alle Elemente, welche für die Effektivität der Site nicht notwendig sind.
  • Versuche, die gleiche Effektivität der Site mit einfacheren Mitteln zu erreichen.

Was ist die Effektivität einer Site?
Nun, jeder User, der unsere Site besucht, hat ein Ziel. UserInnen suchen Information, möchten Antworten finden, Kontakt aufnehmen, Waren bestellen, recherchieren, sich unterhalten etc.

Je schneller meine BesucherInnen ihr Ziel auf meiner Site erreichen, desto effektiver ist diese!

Das Weglassen von unnötigen Elementen kann man üben - und erlernen!
Konzentriere Dich auf jene Seitenbereiche, die mit der Zielsetzung Deiner Site eigentlich nichts zu tun haben und entferne daraus unnötige “Dekoration”.

Verwende die fünf F

  • Farben,
  • Flächen,
  • Formen,
  • Fotos,
  • Fonts,

um relevante Information zu betonen und besser zu kommunizieren, anstatt nur zu “dekorieren”.

Nur damit keine Mißverständnisse aufkommen,
das soll nicht heissen, daß wir auf “Beauty” verzichten wollen, ganz im Gegenteil. Allerdings wollen wir ganz bewußt designen - Design passiert nicht zufällig, Design entsteht durch Analyse, Logik & Arbeit.

Screen Real Estate
Real Estates sind Grundstücke. In Amerika wird der Begriff des Screen Real Estates auf Webseiten angewendet - speziell die Startseite eines Internet-Auftritts wird dabei wie ein wichtiges Betriebsgrundstück behandelt.
Dementsprechend ist jeder Pixel wertvoll wie ein Diamant - praktisch hast Du nicht viele Pixel zur Verfügung, um UserInnen auf den ersten Blick zu fesseln und zum Reinschauen zu bewegen.
Daher sollte man die Verwendung jedes einzelnen Pixels sorgfältig abwägen.

Funktionale Pixel versus Emotionale Pixel
Die Pixel Deines Designs unterstreichen Funktion und/oder Emotion. Überlege bei jedem Design Element, ob es eine der beiden Aufgaben erfüllt. Wenn nicht - weg damit!

Aktive Pixel versus Passive Pixel
Somit kann man Design Elemente, die Funktion oder Emotion unterstreichen auch als aktive Pixel bezeichnen. Elemente, die keinem der beiden Ansprüche dienen, sind sozusagen passiv. Versuche einfach, “passive” Pixel durch Weißraum zu ersetzen. Du kannst damit meist die Wirkung Deiner “aktiven” Pixel enorm verstärken.

Gute Pixel versus Schlechte Pixel
Pixel, welche die Zielsetzung Deiner Site unterstreichen sind “gute” Pixel. Solche, die von der Zielsetzung ablenken und nur “Noise” (”Hintergrundgeräusch”) erzeugen, sind “schlechte” Pixel.

Schlechtes Beispiel - Vox.de
Eine Menge Pixel werden sozusagen für “Hintergrundgeräusch” verwendet. Bei näherer Betrachtung dient z.B. die rote Kugel links im Hintergrund auch nicht dem sogen. Branding (also die Marke prominent zu präsentieren). Die Site hat eine Menge an “passiver” und “schlechter” Pixel, obwohl sie wie ein Gemischtwarenladen daherkommt und keine Prioritäten setzt.
Um zu sehen, wie man´s besser machen kann =>

Besseres Beispiel - RTLII.de
Offensichtlich jüngst nach einigen Gesichtspunkten von Web Design 2.0 umgestaltet, präsentiert die Site ein kräftiges Branding mit einfachen Mitteln. Die Site hat einen klaren Fokus und eine zielgerichtete Benutzerführung.

Gutes Beispiel - Alex Dukal
Daß Einfachheit keinesfalls hohen Designanforderungen widerspricht, beweist diese Site. Sie ist reichhaltig, interessant und ansprechend - obwohl sie Simplicity zelebriert. Jeder Pixel ist mit Sorgfalt auf seine funktionale UND emotionale Wirkung eingesetzt.

CONCLUSIO:
Bei der Gestaltung Deines Web Designs überlege genau, was Du für eine optimale Kommunikation mit Deinen BesucherInnen benötigst. Und dann arbeite weiter an der Frage, ob Du den gleichen Grad an Kommunikation mit weniger “Dekor” erreichst oder sogar verstärken kannst.


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