Google Chrome – Erster Eindruck: Deppensicher!

Bei mir läuten immer gleich die Alarmglocken, wenn ich "neuer Browser" höre – als Gestalterin von so manchen Internet-Auftritten weiß ich ein Lied zu singen von störrischen Browsern und ihren Macken. Selbst in meinem Buch musste ich diesem Thema einigen Platz einräumen…
Wenn allerdings Google einen neuen Browser in den Markt schmeisst, dann werden die Alarmglocken zu Sirenen. Aber klar doch, neugierig wie ich bin, muss ich Google Chrome sofort downloaden und meine Nase reinstecken.
Erster Eindruck – aaahhh sehr aufgeräumt!
Hier die wichtigsten Punkte, die mir gleich aufgefallen sind:
- Meine Lesezeichenleiste wurde (nach Rückfrage) übernommen.
- An der rechten Seite zwei kleine Icons für "Seite" und "Optionen". Völlig ausreichend.
- Die Seiten erscheinen blitzschnell, selbst nach 30+ offenen Tabs/Seiten.
- Öffne ich einen neuen Tab, sehe ich einen Raster mit meinen meistbesuchten Seiten als Screenshots, auch keine schlechte Idee.
- Adressfenster = Suchfenster. Das wünsch ich mir seit langem! Als Standardsuche kann Google, MSN und Yahoo eingestellt werden
Was Webproducer aber am meisten interessiert – Chrome und CSS
Was macht der Browser mit meinen Seiten? Als ich las, dass Chrome auf der Safari-Engine basiert und WebKit einsetzt, war ich skeptisch, da es mit einigen Sites Probleme mit der Ansicht in Safari gab. Entwarnung – selbst die gewagtesten CSS-Konstruktionen werden korrekt dargestellt (soweit ich bis jetzt testen konnte).
Besondere Googies Goodies
WebInspector - rechte Maustaste auf beliebiges Element => Element untersuchen, öffnet den WebInspector, der die Seitenhierarchie samt Code und CSS anzeigt. Zwar noch kein Ersatz für Firebug, aber schon einmal ein erster Schritt in die Richtung (und jedenfalls bremst die Funktion nicht den Browser). Im gleichen Fenster kann der Resourcenverbrauch von Elementen der Seite (z.B. Bilder) betrachtet werden.
Tabs kann ich mittels Drag zu Seiten machen – sehr praktisch! Zusätzlich kann ich dann mehrere Tabs wieder in einem eigenen Fenster sammeln, d.h. ich kann Tabs nach Lust & Laune gruppieren.
Anwendungsverknüpfungen erlauben Dir, z.B. GMail als Verknüpfung auf Deinem Desktop abzulegen. D.h. Web-Anwendungen können wie Programme von Deinem Desktop aufgerufen werden.
Ausfallskontrolle – die wurde speziell für mich erfunden, danke"! Habe ich in einem anderen Browser 30+ Fenster offen und eines davon spinnt oder ist fehlerhaft, hängt sich der komplette Browser auf und der einzige Ausweg ist ein brutaler "Abschuss". Nicht so bei Chrome. Da jeder Tab/jede Seite eigenständig und unabhängig läuft (sozusagen wie ein eigener Browser), reisst eine fehlerhafte Seite auch nicht alle anderen mit.
Anonym browsen. Naja, wieweit ich in einem Google Browser "anonym" browsen kann, will ich dahingestellt lassen. Jedenfalls ist diese Funktion vorgesehen.
Fazit:
Jetzt heb ich mir die Diskussion über Big G mal für einen anderen Beitrag auf, Tatsache ist, wenn Google Anwendungen bastelt, dann weiß es, worauf es den Benutzern ankommt: Einfach, übersichtlich und auf die wichtigsten Funktionen reduziert. Was natürlich (noch) fehlt sind diverse Add-Ons, aber die werden sicher nicht lange auf sich warten lassen.
Wenn also "die Zeit" sinngemäß schreibt, dass Microsoft wegen Google Chrome nicht "Schlaflos in Seattle" sein muss, dann könnte das eine grobe Fehleinschätzung sein… Ich jedenfalls bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung.
2 Comments
Chrome im Computerbild-Test | Chrome2.de on September 15th, 2008
[...] Google Chrome – Erster Eindruck: Deppensicher! [...]
hype.yeebase.com on September 3rd, 2008
Google Chrome – Erster Eindruck: Deppensicher! by eliZZZa…
Bei mir läuten immer gleich die Alarmglocken, wenn ich “neuer Browser” höre – als Gestalterin von so manchen Internet-Auftritten weiß ich ein Lied zu singen von störrischen Browsern und ihren Macken. Selbst in meinem Buch musste ich diesem Thema …