24. 08.

Da ich immer wieder nach Alternativen zu (teurer) kommerzieller Software gefragt werde, starte ich heute eine Serie zu diesem Thema und werde zu den verschiedensten Anwendungsbereichen sogen. Open Source Programme vorstellen, die kostenlos sind, jedoch ihren kommerziellen Verwandten in nichts nachstehen.
Was bedeutet Open Source?
Der Quellcode eines Programmes wird "Source" genannt. Dieser ist bei kommerziellen ein streng gehütetes und abgeschirmtes Geheimnis, sozusagen die geheime Rezeptur einer Software. Im Gegensatz dazu ist der Programmcode bei Open Source Software (wie der Name somit sagt) offengelegt und für jede(n) einsehbar. Nicht nur das, man darf diesen Code verändern und an eigene Anforderungen anpassen.
Die Anfänge
Als der (vielen gar nicht mehr bekannte) Browser Netscape vor der Übermacht des Internet Explorer kapitulierte, entschieden sich die Verantwortlichen 1998 den Quellcode freizugeben und Entwickler in aller Welt aufzufordern, daran weiterzuarbeiten. Daraus entstand das Projekt Mozilla, mit dem Open Source Browser Firefox, der heute das World Wide Web erobert.
Begriffsverwirrung
Heftige Diskussionen gibt es über die Abgrenzung der Begriffe Open Source Software und Freie Software. Die Definitionen sind sehr ähnlich, jedoch sind die Philosophie und ethischen Standpunkte unterschiedlich. Der Platz würde hier nicht ausreichen, das Dilemma auch nur andeutungsweise zu beschreiben, hier der Artikel "Warum Freie Software besser ist als Open Source" bei GNU.
Wir reden hier allerdings definitiv von Open Source Software.
Die Vorteile
Für den Anwender liegen die Vorteile auf der Hand:
- Er erhält ein Softwarepaket, das üblicherweise kostenlos ist.
- Er kann es beliebig seinen Bedürfnissen anpassen.
- Es fallen keine Lizenzgebühren an.
Aber auch für die Betreiber ergeben sich enorme Vorteile:
- An manchen Projekten arbeiten hunderte, ja tausende Entwickler - kostenlos. Das "Baby" wächst sehr viel schneller.
- In manchen (eher seltenen) Fällen gibt es kostenpflichtige "Premium"-Versionen, wo moderate Lizenzgebühren anfallen.
- Heerscharen an Benutzern von Open Source Programmen fungieren gleichzeitig als kritische Tester.
Darüber hinaus entsteht im Umfeld oft eine ganze Industrie an "Third-Party"-Erweiterungen, die manchmal auch in kostenpflichtigen Versionen angeboten werden.
Die Zukunft
Für das Jahr 2010 wird für Europa ein Anteil an Open Source Software von mehr als 30% prognostiziert. Immer öfter steigen auch große Unternehmen oder Gemeindeverwaltungen aus Einsparungsgründen z.B. von teuren Office-Paketen auf gleichwertige kostenlose Programme um.
Verzeichnisse von Open Source Software
osalt - Open Source as Alternative, umfassende, gut kommentierte Sammlung von "Ersatzprogrammen"
webi - hat auch ältere Programme gelistet
SourceForge - die Plattform, wo Open Source Entwickler ihre Programme vorstellen und verwalten
Tags: kommerzielle software, open source